Nähe und Distanz. Wie ehrlich bist du in Beziehungen?

Shownotes

In dieser Folge geht es um ein Thema, das viele Menschen kennen und trotzdem selten klar aussprechen: Wie viel Nähe tut dir gut, und wo brauchst du mehr Distanz? Ich zeige, wie stark wir Beziehungen schon durch Blick, Körperhaltung und innere Bewertung gestalten.

In dieser Episode erfährst du: • Warum jede Wahrnehmung bereits Beziehungsarbeit ist. • Wie dein Unterbewusstsein Menschen als Sicherheit oder Gefahr einordnet. • Weshalb Ehrlichkeit bei Nähe und Distanz oft so schwerfällt. • Warum mehr Distanz nicht automatisch Trennung bedeutet. • Wie du auf körperlicher, emotionaler und geistiger Ebene Distanz spürst. • Warum die „goldene Mitte“ in Beziehungen oft der gesündeste Weg ist. • Warum ein klares Aussprechen manchmal mehr Verbindung schafft als Schweigen.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu Ehrlich mit dir, klar im Leben.

00:00:03: Ich bin Benjamin Göbel und ich freue mich, dass du wieder zuhörst.

00:00:07: So, in dieser heutigen Folge soll es um Nähe und Distanz gehen.

00:00:14: Und ich stelle mir gerade vor, dass das Thema, so wie ich es jetzt vorbereitet habe,

00:00:22: ziemlich kurz sein wird.

00:00:25: Und dabei kann man so, so viel darüber reden, dass ich vielleicht gar nicht recht habe mit meiner Vorstellung.

00:00:34: Wir werden es einfach sehen.

00:00:38: Nochmal die Erinnerung ganz kurz.

00:00:42: Den Podcast kannst du auch als Video auf YouTube sehen.

00:00:45: Da hast du halt noch ein Gesicht von mir dazu.

00:00:49: Den Link findest du unten in der Beschreibung oder auf meiner Website benjamingöbel.de.

00:00:56: Ich habe mir einiges an Notizen gemacht und schiele immer mal so ein bisschen auf meinen Notizzettel hier unten.

00:01:05: Du siehst es mir nach, wenn du das Video schaust.

00:01:10: Wie ist das mit Beziehungen?

00:01:13: Wir erschaffen Beziehungen in jedem Moment.

00:01:17: Selbst jetzt, in diesem Moment, wo ich hier zu dir spreche und du mir zuhörst und vielleicht sogar auch zuschaust.

00:01:27: Mit jedem Blick, mit jeder Bewegung deiner Aufmerksamkeit, worauf auch immer du dich fokussierst gerade.

00:01:37: Wie lange du jemanden anschaust.

00:01:41: Wo du hinschaust.

00:01:43: Schaust du auf den Augen.

00:01:44: Schaust du auf den Mund.

00:01:45: Schaust du auf den Körper.

00:01:48: Alles, was wir wahrnehmen, ist schon Beziehungsarbeit.

00:01:52: Ohne überhaupt ein Wort gesprochen zu haben.

00:01:55: Das finde ich halt auch so mega spannend, sich selbst dabei mal zu beobachten.

00:02:02: Was der Körper so unbewusst einfach so macht.

00:02:13: Und jede Wahrnehmung eines anderen Menschen wird unbewusst.

00:02:21: Entweder als Ressource und oder Sicherheit.

00:02:28: Oder halt als Gefahr eingeordnet.

00:02:36: Wenn du jetzt zum Beispiel mich hörst, meine Stimme hörst und mich als nicht positiv wahrnimmst,

00:02:47: dann liegt das vielleicht daran, dass mal jemand mit einer ähnlichen Stimme dir Schaden zugefügt hat.

00:02:56: Oder wenn wir uns kennen, ich dir Schaden zugefügt habe.

00:03:01: Und allein durch diese Verbindung, meine Stimme jetzt zu hören, ordnet dein Unterbewusstsein mich als Gefahr ein.

00:03:15: Was ist so eine Ressource?

00:03:17: Jemand, der dir Schutz bietet, der dir wohlgesonnen ist oder auch für deine Ideen empfänglich ist.

00:03:29: Den nimmst du als Ressource und als Sicherheit, als eine positive Beziehung wahr.

00:03:38: Und jemand, der dich beschämt oder deinen Status verändern will oder dich aus einer Gruppe ausschließen will.

00:03:46: Alles in deinem Kopf natürlich, in deiner Vorstellung.

00:03:50: Den nimmst du als Gefahr da.

00:03:53: Und da kommt dann halt dieses Thema Nähe und Distanz ins Spiel.

00:04:05: Denn zu jemandem, dem wir als Gefahr wahrnehmen, wollen wir natürlich eine Distanz aufbauen.

00:04:15: Und jemand, dem wir als wohlwollend wahrnehmen, zu dem wollen wir natürlich Nähe aufbauen.

00:04:25: Und wenn ich den Bezug ziehe auf das Thema Ehrlichkeit, dann ist diese Nähe und Distanzachse im Prinzip die simpelste Orientierung, wo es sich lohnt, ehrlich zu sein.

00:04:44: Und gleichzeitig ist es auch einer der empfindlichsten Bereiche, wo es sich lohnt, ehrlich zu sein.

00:04:50: Jemand auszusprechen, jemand zu sagen, ich möchte gerne mehr Nähe zu dir.

00:04:57: Oder umgekehrt, ich möchte gerne mehr Distanz von dir.

00:05:01: Ich möchte gerne weniger da sein.

00:05:07: Und unsere Gesellschaft hat halt viele, ich möchte es mal Rituale nennen oder Rituale erfunden, wie wir diese Wünsche weich und schonend mitteilen können, ohne dass wir sie direkt aussprechen.

00:05:28: Um das halt zu umgehen, diese ehrliche Aussprache, weil die für unser Gehirn so viel Gefahr verbirgt, dass jemand sauer auf uns sein könnte, wenn wir ihm sagen, dass wir weniger Beziehungen, weniger Nähe zu ihm haben wollen, also mehr Distanz haben wollen.

00:05:47: Oder die umgekehrte Gefahr, ich offenbare jemand, dass ich gerne mehr Nähe zu ihm haben möchte.

00:05:55: Und diese wird nicht erwidert.

00:05:57: Das ist natürlich auch gefährlich.

00:05:58: Dann bleibe ich lieber auf der Entfernung, um es jetzt mal, also bleibe ich lieber auf einen Meter Abstand, obwohl ich denjenigen gerne umarmen möchte, als von ihm verlassen zu werden und ihn gar nicht mehr um mir zu haben.

00:06:16: Das ist ja dann diese Gefahr.

00:06:19: Und mehr Abstand zu wollen, bedeutet nicht automatisch, den Kontakt abbrechen zu wollen.

00:06:26: Beides ist miteinander verknüpft.

00:06:30: Also viele Menschen glauben, wenn sie jetzt Nein zur Nähe sagen, verlieren sie die Person komplett.

00:06:40: Aber das stimmt ja nicht.

00:06:43: Wir fallen jetzt auch ein paar Beziehungen ein zu Menschen, wo ich auf keinen Fall den Kontakt beenden möchte und abbrechen möchte.

00:06:54: Und gleichzeitig würde ich gerne sagen, hey, wenn wir uns sehen, das ist mir zu viel, wenn du mir, ich sage jetzt mal, um den Hals fällst.

00:07:06: Um den Hals fällst, sagst du so?

00:07:08: Ich glaube, das heißt so, ne?

00:07:11: Also wenn du mich dann einengst, körperlich und gleich in den Arm nimmst und drückst, das ist mir zu viel.

00:07:18: Und auf keinen Fall möchte ich dich verlieren.

00:07:21: Ich möchte bloß ein bisschen mehr Distanz.

00:07:24: Überleg mal, ob du das vielleicht auch kennst, ob du auch so eine Beziehung hast und dich nicht traust, das auszusprechen.

00:07:32: Ja, das ist auf jeden Fall ein Thema, wo ich auch noch dran arbeiten möchte.

00:07:43: Ich habe zum Beispiel gerade jemanden kennengelernt, einen Mann, der auch sehr bewusst ist, wo auch das Thema Ehrlichkeit in seinem Leben eine wichtige Rolle spielt.

00:07:57: Und wir haben uns erst einmal gesehen und waren uns auch sympathisch.

00:08:01: Und ich habe gespürt, dass er halt gerne sofort am nächsten Tag und noch am selben Tag am liebsten noch mit mir weggegangen wäre und austauschen und erzählen und so weiter.

00:08:12: Und ich habe so gemerkt, das ist mir zu viel, zu schnell.

00:08:15: Ich finde ihn auch cool und möchte auch gerne mehr über ihn erfahren, aber es war mir zu doll.

00:08:20: Jetzt haben wir ein bisschen mal hin und her geschrieben und Sprachnachrichten ausgetauscht, wenn wir uns dann mal treffen können, um uns halt näher kennenzulernen und auszutauschen.

00:08:29: Ja, und da war so ein Elefant im Raum irgendwie.

00:08:37: Ich kann es noch nicht richtig beschreiben und ich kann es auch noch nicht jetzt final auflösen, was draus wird.

00:08:44: Auf der einen Seite finde ich ihn wirklich sehr interessant.

00:08:48: Ich kann mir vorstellen, dass wir gegenseitig füreinander wertvoll sein können mit dem Wissen, was wir haben und die Erfahrung.

00:08:57: Und gleichzeitig habe ich die Angst, dass er von mir zu viel erwartet, eine Freundschaft sich daraus bildet.

00:09:07: Und das kann ich im Moment jetzt noch nicht einschätzen, ob das auch von meiner Seite aus so ist.

00:09:13: Also da ist so der Wunsch nach Nähe und gleichzeitig Distanz.

00:09:18: Also das ist nicht, dass das ausgeschlossen ist miteinander.

00:09:25: Da möchte ich kurz einmal erklären, auf welchen Ebenen Nähe und Distanz stattfinden kann.

00:09:33: Einmal natürlich auf physischer Ebene.

00:09:37: Zum Beispiel eine schöne Übung ist, wenn du zum Beispiel in einer Situation bist, wo du dir mehr Distanz wünschst, physisch.

00:09:46: Also jemand ist einfach zu nah bei dir.

00:09:49: Es kommt jetzt darauf an, ob ihr steht oder sitzt.

00:09:51: Ich sitze ja jetzt gerade hier, wenn ich den Podcast aufnehme.

00:09:54: Und ich lehne mich dann einfach mal nach hinten.

00:09:57: Ich baue also Distanz auf.

00:10:00: Und dann einfach mal zu beobachten, was passiert jetzt in meinem Körper?

00:10:04: Was ist jetzt anders?

00:10:07: Ich merke, ich entspanne mich.

00:10:09: Dieser Druck ist nicht mehr so da.

00:10:13: Und völlig anders ist es, wenn wir...

00:10:16: Ich habe ja auch oft digitale Kontakte, also über Videomeetings.

00:10:24: Da kann man das auch ganz toll beobachten.

00:10:29: Wenn man jemandem wohlwollend gegenübersteht und ihm zugewandt ist, dann beuge ich mich automatisch schon nach vorne und bin viel näher am Bildschirm, viel näher an der Kamera, als wenn ich jetzt irgendwie jemand vielleicht sogar als Gefahr für mich wahrnehme.

00:10:43: Denker, der möchte mich eventuell aus der Gruppe ausschließen oder der möchte mir meine Stelle im Beruf streitig machen.

00:10:51: Dann bin ich auf jeden Fall...

00:10:53: Gehe ich gleich körperlich auf Abstand.

00:10:56: Dann können Distanzen im Verhalten da sein.

00:11:01: Jemand ist total introvertiert und ruhig und beobachtet lieber erstmal und so weiter.

00:11:07: Und der andere ist total extrovertiert und Party hier und Party da und passt halt überhaupt nicht zusammen.

00:11:16: Das Ganze...

00:11:17: Dadurch entsteht halt auch eine Distanz, die es dann gilt für jeden Einzelnen zu versuchen auszusprechen und zu gucken, wie kann ich dem gegenüber klar machen, dass wir auf dieser Ebene nicht zusammenschwingen.

00:11:32: Dann emotional kann das natürlich auch sein.

00:11:35: Jemand ist gerade extrem gut drauf und der andere macht gerade eine ganz, ganz schwere Zeit durch.

00:11:42: Und tatsächlich im vierten dann auch noch auf geistiger Ebene.

00:11:46: Dass jemand dieses Weltbild hat oder diese politische Einstellung und das Gegenüber hat eine völlig andere politische Einstellung und schafft es einfach aber nicht klar offen zu legen und zu sagen, ich denke da ganz anders drüber.

00:12:03: Und dadurch kann halt auch die Distanz schlimmer, ja, größer werden und die Beziehung verliert immer mehr an Kraft und Halt.

00:12:15: Und dann wäre es doch vielleicht auch ziemlich sinnvoll und gut, wenn wir es schaffen würden, einfach die eigene Wahrheit auszusprechen.

00:12:27: In allem Belangen.

00:12:29: Das ist auf jeden Fall ein großer, großer Wunsch, den ich habe für mich und natürlich auch für dich.

00:12:37: Wenn du bis hierhin noch zuhörst und zu siehst, gehe ich fest davon aus, dass es auch ein großer Wunsch ist von dir.

00:12:44: Ja.

00:12:47: Ich schaue nochmal ganz kurz auf meinen Spickzettel.

00:12:58: Ja, genau.

00:12:59: Da ist halt auch die Empfehlung, wenn dein Wunsch ist, den Kontakt nicht komplett abzubrechen, dass du wirklich aus, egal jetzt auf welcher Ebene du gerade, mehr Distanz möchtest oder mehr Nähe möchtest, dass du aus der Mitte agierst.

00:13:20: Und dass du wirklich den für beide Parteien richtigen Abstand gewahrst und dann daraus handelst.

00:13:29: Also nicht erst komplett den Kontakt abbrechen und dann darauf hoffen, das wird schon wieder und das ist so ein unausgesprochenes Ding.

00:13:40: Beziehungsweise kann es ja auch sein, dass du dir wahrscheinlich den kompletten Kontaktabbruch gar nicht wünschst.

00:13:46: Dir aber, wenn ein Kontakt da ist, der dir auf einer bestimmten Ebene zu viel ist und du dann dadurch das kleinere Übel wählst und dann sagst, lieber denn wirklich gar keinen Kontakt mehr als diesen Kontakt, der dir zu viel ist.

00:14:00: Aber die goldene Mitte wäre vielleicht genau das Richtige.

00:14:04: Ich hoffe, das war jetzt verständlich, was ich damit meine.

00:14:07: Und dann möchte ich noch eine krasse Erfahrung mit dir teilen, die ich so bisher noch nicht erlebt habe.

00:14:19: Ich war in einer Übungsgruppe, das war online, wo es um radikale Ehrlichkeit ging.

00:14:28: Dieses Erlebnis war im Prinzip auch der Ursprung zu der Idee, diese Folge zu diesem Thema zu machen.

00:14:39: Und zwar war dort, wir waren sechs Teilnehmer und war halt online und die Aufgabe war, mal zu schauen.

00:14:47: Wir kannten uns vorher gar nicht, einen kannte ich flüchtig, einen Teilnehmer.

00:14:50: Und die anderen waren mir komplett neu.

00:14:53: Ich hatte also noch keine Beziehung zu diesen Menschen.

00:14:56: Ich habe wirklich nur ein paar Worte mal gehört und sie halt gesehen.

00:15:01: Wo sitzen sie?

00:15:02: Wie gut ist das Bild?

00:15:04: Wie verhalten die sich?

00:15:06: Was haben die für einen Hintergrund?

00:15:07: Wie gut sind die beleuchtet?

00:15:10: Das sind alles so Faktoren.

00:15:11: Das war auch in der Übung, wo dann eine Teilnehmerin zu einer anderen Teilnehmung gesagt hatte,

00:15:17: dass sie mehr Distanz gerne sich wünscht,

00:15:22: weil die andere Person im Dunkeln so sitzt und dass sie ihr Angst macht und sie sich vorstellt,

00:15:29: dass sie vielleicht es nicht gut meint mit dir.

00:15:32: Das ist ja das, was ich eingangs sagte.

00:15:34: Also alles, worauf wir unseren Fokus richten, ist schon Beziehung, Beziehungsarbeit,

00:15:41: ohne überhaupt nur ein Wort gesprochen oder gehört zu haben.

00:15:44: Und unser Gehirn ordnet sofort ein.

00:15:47: Ist der eine Gefahr oder ist der eine Ressource für mich?

00:15:52: Und ich habe auch was wahrgenommen bei einer Teilnehmerin.

00:15:58: Und das war nicht positiv.

00:16:03: Ich wollte also noch mehr Distanz von ihr.

00:16:06: Und ich habe ganz, ganz stark überlegt,

00:16:10: traue ich mir das auszusprechen und ihr zu sagen.

00:16:19: Vorher hat derjenige, der den Kurs abgehalten hat, gesagt,

00:16:24: dass wenn zu uns jemand etwas sagt und wir das persönlich nehmen,

00:16:31: dann ist das unsere Entscheidung.

00:16:32: Also die Einladung war, nichts persönlich zu nehmen und einfach zu schauen,

00:16:37: was das dann mit uns macht, wenn wir uns gegenüber näher oder Distanz geäußert wird.

00:16:43: Das ist mir nochmal ganz wichtig, vorher zu sagen.

00:16:45: Und die Person, auf die ich hier zu sprechen kommen möchte, die hat mich geekelt.

00:16:52: Und ich habe gesehen, wie sie dort sitzt vor einem für mich unaufgeräumten Regal mit Spielen und Büchern.

00:17:02: Dann habe ich beobachtet, wie die Person sich am Kinn knubbelt und dann guckt, was ist das?

00:17:13: Und dann später hat sie noch angefangen zu essen in diesem Übungsraum zusammen.

00:17:18: Und das hat mich schon echt geekelt.

00:17:23: Und dann habe ich mir ein Herz gefasst und sie sagt, ich bin genau deswegen hier.

00:17:29: Und habe gesagt, ich möchte auf jeden Fall herauszoomen.

00:17:36: Ich möchte dein Bild noch kleiner machen.

00:17:38: Ich möchte Distanz.

00:17:39: Und ich möchte auf keinen Fall, dass ich noch mehr von deinem Raum sehe,

00:17:44: weil ich mir vorstelle, dass der noch viel unaufgeräumter ist und vielleicht schmutzig.

00:17:50: Ich möchte nur das Bild kleiner machen.

00:17:52: Und ich habe das dann ausgesprochen.

00:17:54: Ich habe gesagt, ich ekle mich vor dir.

00:17:56: Und das war so krass.

00:18:00: Dieses Gefühl und diese Erwartung oder diese Ängste.

00:18:04: Was passiert jetzt?

00:18:05: Wie wird die Person darauf reagieren?

00:18:10: Ich habe mir danach dann nochmal aufgeschrieben, so aus dem Gedanken,

00:18:16: wie ihre Reaktion war, ihre Antwort.

00:18:18: Ich habe ihr dann noch gesagt, was in mir jetzt ab, also alles unter der Leitung,

00:18:25: was gerade in mir so abgeht.

00:18:28: Ich habe dann gesagt, ich habe die Befürchtung, dich verletzt zu haben

00:18:34: und dass die Person mich jetzt hasst oder böse auf mich ist.

00:18:40: Und das wollte ich ja nicht.

00:18:42: Das war ja nicht das, was ich wollte.

00:18:43: Das war ja nicht.

00:18:44: Ich wollte halt nur das ehrlich aussprechen, dass ich Distanz war.

00:18:49: Das war ja der Sinn der Übung.

00:18:50: Und jetzt kommt das wirklich Krasse, was ich dann als Antwort bekommen habe.

00:18:55: Und das hat wirklich die komplette Gruppe überrascht.

00:18:57: Und ich lese es mal eben ab aus meinem Gedankenprotokoll.

00:19:01: Aber ich freue mich so, dass du Ekel gesagt hast, Benjamin.

00:19:06: Ich feiere dich dafür.

00:19:10: Ich habe mir das immer gewünscht, dass das jemand so direkt ausspricht.

00:19:16: Endlich passiert das mal.

00:19:18: Ich will das ja die ganze Zeit initiieren, dass ihr euch ekelt.

00:19:28: Und mir ist die Kinnlade runtergefallen.

00:19:30: Da war also in diesem Bewusstseinsstrom dieses Menschen,

00:19:38: was ein Bewusstseinsstrom ist, erkläre ich nochmal in der zukünftigen Folge.

00:19:44: Also in diesem Bewusstsein war das das Wichtigste.

00:19:50: Und ich kann es bis heute nicht verstehen.

00:19:52: Ich würde es so gerne verstehen, wie das ein Wunsch eines Menschen sein kann.

00:20:00: Ich freue mich so sehr, dass du Ekel gesagt hast.

00:20:04: Ich bin jetzt, wo ich die Geschichte erzähle, immer noch baff davon und kann es überhaupt nicht nachvollziehen.

00:20:09: Und dann hat sie sie noch gesagt, dass sie halt, ja, dass es aus ihrer Kindheit höchstwahrscheinlich kommt,

00:20:15: dass sie mal einen Ausschlag hatte am Arm oder so ähnlich.

00:20:22: Und dann halt auch Kinder zu ihr gesagt haben,

00:20:24: guck mal, wie sieht die denn aus.

00:20:26: Und das hat sich irgendwie so durch ihr ganzes Leben so gezogen

00:20:31: und ist irgendwie so zu ihrem Lebensinhalt geworden,

00:20:34: eklig zu sein.

00:20:37: Ich kann es mir nicht erklären.

00:20:39: Und darauf will ich meinen Fokus auch gar nicht so doll setzen,

00:20:43: sondern auf die Tatsache, dass das Krasseste war,

00:20:48: was ich jemals jemandem direkt gesagt habe.

00:20:50: Gut, ich hatte zu der Person keine starke Bindung.

00:20:53: Das war jetzt niemand aus meinem Freundes- oder Bekanntenkreis.

00:20:56: Und die war ja genauso wie ich dort in diesem Raum,

00:21:00: um radikale Ehrlichkeit zu praktizieren.

00:21:03: Und dann das als Reaktion zu bekommen,

00:21:07: war echt eine krasse Erfahrung, die ich da gemacht habe.

00:21:11: Und ich habe danach richtig gespürt,

00:21:14: wie ich mich nach vorne gelehnt habe.

00:21:17: Da kam ich schon darauf zu sprechen.

00:21:20: Und auf einmal Interesse hatte für diese Person

00:21:24: und erforschen wollte, was steckt dahinter?

00:21:26: Warum ist das so?

00:21:28: Das hat mich total fasziniert.

00:21:31: Und dann hat sie auch noch im Anschluss einen Wunsch an mich

00:21:37: oder einen Wunsch ausgesprochen, Ehrlichkeit,

00:21:39: und hat zu mir gesagt,

00:21:40: sie würde sich wünschen, dass ich sie in den Arm nehme.

00:21:44: Und dann ist mir wieder den Rücken kalt heruntergelaufen.

00:21:50: Und ich habe ihr dann ehrlich gesagt, dass ich ihren Wunsch ablehne.

00:21:55: Das war auf jeden Fall eine krasse Erfahrung.

00:21:59: Und ich hoffe, dass ich dir mit dieser Geschichte genauso ein Staunen ins Gesicht bringen konnte,

00:22:06: wie ich das in dem Moment hatte.

00:22:08: Und ich freue mich auf jeden Fall, dass du wieder zugehört hast bei dieser Folge.

00:22:14: Wie immer die Einladung und auch die Bitte, die Folge zu liken, zu teilen und zu kommentieren.

00:22:21: Mich würde wahnsinnig interessieren, was ihr über die Geschichte denkt oder was du darüber denkst.

00:22:27: Und ja, ich bedanke mich auf jeden Fall fürs Zuhören.

00:22:31: Gehe gerne auf meine Website benjamigöbel.de.

00:22:36: Dort findest du alle Links zum Podcast, zu meinem Instagram etc.

00:22:41: Und du kannst auch direkt Kontakt zu mir aufnehmen,

00:22:44: wenn du den Wunsch hast, deine Wahrheit endlich auszusprechen.

00:22:49: Dann gucken wir, ob wir das zusammen hinbekommen.

00:22:51: Ja, dann freue ich mich aufs nächste Mal wieder zu Ehrlich mit dir, Klar im Leben.

00:22:56: und sage Tschüss, bis nächste Woche.

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